dichte Tage – rauhe Nächte #7
Im Nebel
Brigitte Reitter
Seit Wochen liegt der Nebel im Donautal. Er kann mich ganz schön mürbe machen, mag ich es doch sehr, in die Weite zu blicken.
Also versuche ich mich ihm anzunähern, was gar nicht schwer ist, da er mich ja umgibt.
Wie fühlt es sich wohl an, Nebel zu sein? Schwer und leicht, undurchsichtig und ungreifbar, dicht und weit, hell und dunkel zugleich, umhüllend.
Ich beschließe nachzugeben, einverstanden zu sein und mich in diesen Tagen einfach umhüllen zu lassen. Geborgen sein im Nebel. Zur Ruhe kommen dürfen. Abstand gewinnen.
Und ich weiß: plötzlich, einfach so, bricht er auf, hebt sich wie der Vorhang im Theater, und zeigt mir die Welt wieder, die immer da war, jetzt aber noch intensiver strahlt.
Danke.

Autorin: Brigitte Reitter
wünscht sich 2026 mehr Treffen natur-dialogisch Interessierter an Feuern in Deutschland – gerne auch an der Donau – mit oder ohne Nebel.
Foto: Brigitte Reitter

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